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JobAct Detmold Bericht Pressekonferenz II.LZ

Von der Bühne in den Job

"Ayse"-Theaterpremiere am 25. Februar: Bergfest für 20 junge Arbeitslose

Lippischer Anzeiger 20.02.2007

Blomberg/Detmold (LZ).
Nergiz steht am Eingang und simuliert ein Interview mit einem Schauspielkollegen. Die Hauptdarstellerin von „Ayse -eine Liebesgeschichte in Deutschland" strahlt, während sie Auskunft gibt - offen und selbstbewusst. Die vergangenen fünf Monate bei „JobAct Lippe" haben die junge Frau, verändert, das schüchterne Mädchen ist nicht wiederzuerkennen.
Sie ist eine von 20 jungen erwerbslosen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren, die im Oktober 2006 bei „JobAct“ eine „Schauspielkarriere“ für einen Ausbildungsplatz starteten. „Nur zwei waren davor überhaupt schon einmal in einem Theater", erzählt Theaterpädagoge Wulf Dominicus. Unter seiner Leitung ersannen die jungen Leute das Stück, in dem es um die Liebe zwischen dem türkischen Mädchen Ayse und dem Deutschen Kalle geht. Dabei prallen zwei Kulturen aufeinander, die Konflikte arten aus. Es sei, sagt Dominicus, ein Thema, das die Teilnehmer von Anfang an beschäftigt habe. Schließlich haben die meisten von ihnen einen Migrationshintergrund.
Mit Hochdruck wird in der Halle des ESTA-Bildungswerkes in Blomberg noch gearbeitet, bevor das Stück am Sonntag, 25. Februar, um 18 Uhr im Sommertheater Detmold Premiere feiert. Die Teilnehmer sind Schauspieler, Autoren, Komponisten und Beleuchter in einem, schneiderten Kostüme und bauten Kulissen. Viele sehen „JobAct" als letzte Chance, um ihr Leben in geregelte Bahnen zu bringen.
Das fängt mit Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Motivation und Selbstbewusstsein an - Schlüsselqualifikationen, die „JobAct" vermittelt. Daneben bietet die
Theaterarbeit reichlich Möglichkeiten, die eigenen Stärken zu erkennen und Schwächen zu beheben.

„Hier bin ich, ich kann was und möchte was"
ANGELIKA JONGEN


„Die Teilnehmer gehen viel selbstbewusster in ein Vorstellungsgespräch. Viele sagen, sie seien nun besser vorbereitet und sind froh, dass sie hier dabei sind", sagt Sozialpädagoge Thomas Remmert vom ESTA-Bildungswerk . Er baut den Kontakt zu Firmen auf - mit „Kebro Trockenbau", „Teuto Sperrholz“, „Eventware“ und „Teutoburg Farben“ hat er Sponsoren für das Theaterstück gefunden. Und er hat bereits acht Teilnehmern ein Praktikum besorgt. Denn nach der Theaterpremiere sollen die jungen Erwachsenen sich im Beruf bewähren - fünf Monate Praktikum, die in einer Lehre münden sollen.
Wer noch keinen Job hat, hofft, bei der Aufführung entdeckt zu werden. Nicht unbedingt vom Publikum als großer Bühnenstar, sondern von einem Chef als künftiger Azubi. „Zum Bergfest des Projektes gehen die Teilnehmer auf die Bühne, präsentieren sich der Öffentlichkeit und sagen damit: „Hier bin ich, ich kann was und ich möchte was“, umschreibt es Projektleiterin Angelika Jongen von der Wittener „Projektfabrik“. Dies sei eine einmalige Gelegenheit für Betriebe, die Bewerber kennen zu lernen.
Unternehmer, die Lehrstellen zu vergeben haben oder sich für das Projekt interessieren, erhalten weitere Infos und kostenlose Eintrittskarten unter: www.projektfabrik.org

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JobAct Detmold Kritik "Ayse". LZ